2013 ► DAS IST DAS HAUS zeigt Kristin Weissenberger – Eskamo(n)tagen

Die Bildformen und die Räume, die sie hervorbringen, entstehen aus digital konstruierten Vorlagen, die mit Acrylfarbe auf Aluminium gemalt werden. Die Begrenzungen und Flächen intensivieren dabei die Tendenz zu einer gegenstandslosen Abstraktion. Besonders im Bild Eskamotage 1 geht die perspektivische Illusion nahezu vollständig verloren. Die Repräsentation verliert sich in der Ordnung der zweidimensionalen Flächen. Die mathematische Objektivität des digitalen Entwurfs trifft auf die subjektiven Qualitäten der Malerei.
Kristin Weissenberger

Reflexion Akryl auf Aluminium 150 x 150 cm
Eskamotage 1 Akryl auf Aluminium 230 x 110 cm
Syntopie C-Print
Gemeinsames Sichtvolumen 3D-Druck/Kunststoff
(Fragment aus „einzeln mit vielen sein“)

Kristin Weissenberger studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Kontakt: kristin.weissenberger@gmail.com

Eskamo[n]tage

Das Wort Eskamotage bedeutet soviel wie Täuschwerk; in Weissenbergers Arbeiten beschreibt es den Moment zwischen digitaler Vorlage und dreidimensionaler Illusion.

In 3D Programmen werden von ihr Räume gebaut, die sie dann wiederum abstrahiert auf die zweidimensionale Leinwand übersetzt. So erarbeitet sie sich per Hand, was der Computer errechnet. Mit ihrem Körper eignet sie sie sich die vermeintliche Perfektion der Maschine an, und zeigt dabei seine Limitiertheit auf. Die Perfektion fällt nämlich weg und etwas Interessantes entsteht an der Schnittstelle zwischen Abstrakt und 3D, im Spannungsfeld von Körper und Raum. Prozesshaft arbeitet sie sich wie eine Forscherin an ihren Malereien ab, die Werke sind ihre Forschungsergebnisse.

In den computergenerierten Bildern fehlt der Betrachter, was die Frage nach dem Raum selbst erst aufwirft: denn der Raum löst sich auf in Flächen, fällt in ein ‚Dazwischen‘ da der Bezugspunkt fehlt. Das was den Raum als Raum erst generieren kann ist der Körper, in dem Fall der Betrachter im Raum. Der Kreis schließt sich in dem Moment, in dem der Betrachter das Bild selbst wahrnimmt.

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