2013 ► DAS zeigt Ines Hochgerner – Yet Unknown

Regeln, Ideen, Produktion, Teile, Aufbau, Umbau, Veränderung, Änderung.
Was ist das? ► DAS ist der Beginn einer fünfteiligen Ausstellungsreihe im YIX, die Ines Hochgerner mit ‚yet unknown‘ eröffnet.

Es wird versucht Regeln zu befolgen, doch die Regeln wurden selbst erstellt, bzw. ergeben sich aus sich selbst. Spielregeln. Das ist das Schöne am postmodernen Individualitätsfanatismus, der dennoch nie ohne Vorläufer und Bezüge sein kann. Weil alles schon mal da war. Mindestens aber sehr vieles. Trotzdem ist da Raum – für etwas anderes? Was auch immer das sein mag: „Lieber Raum, wo bist du?

Was war also schon da und was ist?

Sol Le Witt als Ausgangspunkt für Hochgerner, und dessen angenommer Subjektbegriff der u.a. das „Willkürliche und Launenhafte“ als definierende Eigenschaften ansah. Diese sollten durch ein vorab möglichst genau geplantes Konzept ausgeschalten werden. was zur Annahme eines mechanisierten Ausführungsprozesses der künstlerischen Arbeit verleitet.
In Anbetracht dieser Überlegungen erscheint die momentane Veränderung im Objektverständnis beinahe amüsant: Rechner, Smartphones, Tablets, aber auch Drucker werden im Alltag oft als launenhaft und willkürlich erlebt.

Die Arbeit “Ich winke meinem Touchscreen in der Hoffnung, dass er mich sieht” (2013) versucht deshalb in einem absurden Gedankenexperiment, eine visuelle Annäherung an die Perspektive eines Touchscreens auf den ihn berührenden Finger.

Die Videoarbeit “Ohne Titel” (2013) lenkt den Blick auf die Intimität der Berührung eines Fingers mit einem in diesem Fall vermeintlichen Screen, die – an Streicheln erinnernd – traditionell einem privaten, zwischenmenschlichen Bereich vorbehalten war.

Die Skulptur “Ohne Titel” (2013) wiederum erinnert formal an die Freudsche Couch. Anstatt eines Teppichs wird sie jedoch von großformatigen Zeichnungen bedeckt, deren Muster durch unzählige sich wiederholende, manchmal auch konkurrierende Linien oder Punkte, gebildet werden.

Die Wandinstalltion “Ohne Titel” (2013) entsteht durch die Anneinanderreihung Schwarz/weißer Reproduktionen von Zeichnungen mehrerer Künstlerbücher. Die Intimität der Buchform wird gebrochen, die Linearität weicht der Fläche, doch nichts ist starr, das Papier reagiert auf sein Umfeld, vielleicht dieses auch auf das Papier. Die Oberflächenstruktur, obwohl so fragil, wirkt auch architektonisch, und steht dabei dem persönlichen Moment der offenen Buchseiten gegenüber.

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